Bayer: Mit Augmented Reality Heilberufler und Patienten unterstützen

Digital Health-Studie von Bitcom. Die Gründe dafür sind unterschiedlich und reichen von gesunder Ernährung bis hin zu mehr Bewegung. Jeder Zweite würde beispielsweise digitale Lösungen zur Prävention nutzen. Im Krankheitsfall ist die Bereitschaft sicherlich noch weitaus höher. Eine gute Voraussetzung für die Smart Cards-App von Bayer. Denn diese richtet sich an Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie der koronaren Herzerkrankung (KHK) und peripheren arteriellen Verschlusserkrankung (pAVK).
Zwei unterschiedliche Krankheitsbilder in einer App? Wie soll das funktionieren? Bayer hat sich dazu ein Smart Cards-Modell ausgedacht. Das heißt: Patienten können sich die gleichnamige, kostenfreie App herunterladen, mit dieser aber erst einmal noch nichts anfangen. Sie benötigen die entsprechenden Smart Cards. Grüne Karteikärtchen in der Größe einer Spielkarte. Und die gibt’s nur beim Arzt, Apotheker oder anderen Heilberuflern.
Denn die Beratung spielt für Bayer eine entscheidende Rolle. „Erst der Besuch beim Heilberufler, dann die begleitende Information für zu Hause. Diese Reihenfolge ist wichtig“, sagt Dr. Solvejg Nasert, Projektverantwortliche im globalen Bayer-Team. Die App soll zwei Funktionen erfüllen: Zum einen unterstütze sie den Arzt oder Apotheker in seinem Patientengespräch – beispielsweise mit einem anschaulichen Erklär-Video oder dreidimensionalen Augmented Reality-Effekten, die unter anderem den Krankheitsverlauf im Herzen darstellen. Zum anderen diene sie aber vor allem auch als Begleiter im Alltag. „Oft wird nämlich ein Großteil der medizinischen Informationen vergessen oder falsch verstanden“, sagt die Digitalexpertin.
Genau hier kommen die Smart Cards ins Spiel. Jeweils passend zu den Krankheitsbildern – und somit zu unterschiedlichen Zielgruppen – gibt es seit September auch in Deutschland unterschiedliche codebasierte Smart Cards. Diese kann der Patient zu Hause mit seiner Handy-Kamera scannen und erhält dann auch nur die Information, die ihn betrifft.
Das Unternehmen setzt daher auf ein modernes Format. Das thrombotische Geschehen im Gefäß wird in Augmented Reality dargestellt. AR bedeutet auf deutsch „erweiterte Realität“. Meint also, dass man auf dem Bildschirm mehr sieht, als in Realität vorhanden ist. Im Falle der Bayer Smart Cards-App heißt das: Patienten oder deren Angehörige können plastisch sehen, wie sich zum Beispiel atherosklerotische Plaques in den Gefäßen bilden und welche Folgen das haben kann. Damit möchte Bayer das Bewusstsein für diese Krankheiten erweitern und den Heilberuflern gleichzeitig die Möglichkeit geben, ihre Beratung anschaulicher zu gestalten.
Zwei von drei Smartphone-Besitzern verwenden heutzutage Gesundheits-Apps, sagt die aktuelle Zwei in eins: Eine App für zwei Zielgruppen

Die neue Bayer Smart Cards-App informiert Patienten via Augmented Reality. © Bayer

Dr. Solvejg Nasert ist zuständig für digitale Partnerschaften im Bereich integrierte Versorgung Herz-Kreislauf im globalen Bayer Team, © Bayer
Smart Cards-App richtet sich an große Patientengruppe
Informationen, an denen viele Menschen in Deutschland interessiert sein dürften. Denn hierzulande leiden, laut der Deutschen Herzstiftung, rund 6 Millionen Patienten an KHK, einer chronischen Erkrankung der Herzkranzgefäße, die im Verlauf der Jahre fortschreitet. Von pAVK, einer Störung der arteriellen Durchblutung der Extremitäten, sind – nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Angiologie – in Deutschland rund 4,5 Millionen Menschen betroffen. Eine große Gruppe an Patienten also, die Bayer mit seinem neuen Beyond the Product-Service erreichen möchte. Die Heilberufler sollen in ihrer Patientenaufklärung unterstützt werden – und zwar über den Praxis-, Apotheken- oder Klinikbesuch hinaus. Solvejg Nasert sieht in der Informations-App eine große Chance zur Prävention. „Der Zugang von zu Hause macht es möglich, die Lebensqualität von Patienten mit gezielten Tipps für den Alltag zu verbessern." Dazu zählen sowohl Hinweise zur korrekten Medikationseinnahme, auch wenn man diese mal vergessen hat, als auch Ratschläge rund um den Lebensstil der Betroffenen – von der geeigneten Sportart bis hin zu Ernähurngs- und Haushaltstipps. "Herz-Kreislauf-Erkrankungen verlaufen chronisch, jedoch können Patienten durch einen guten Lebensstil und individuelle Prophylaxe die Kontrolle über ihre Krankheit wiedererlangen“, sagt die Projektverantwortliche.Augmented Reality bringt mehr Nachhaltigkeit bei den Patienten
Aber nicht nur auf den Inhalt kommt es an, auch wenn es sich dabei – nach Aussage von Solvejg Nasert – um „State-of-the-Art-Informationen“ handele. Sondern, was heutzutage ebenso zählt, ist die Art der Wissensvermittlung. Reine Textwüsten verlieren schnell an Aufmerksamkeit. Das Ansprechen möglichst vieler Sinne erleichtert das Erinnern. Das weiß auch die Digitalexpertin von Bayer.
Mit der Smart Cards-App können Patienten plastisch sehen, wie sich z.B. atherosklerotische Plaques in den Gefäßen bilden und welche Folgen das haben kann. © Bayer