Neue Arbeitskonzepte in Pharmaunternehmen: 3 Beispiele

AstraZeneca: Mitarbeitende ins neue Arbeitskonzept mitnehmen
Fakt ist: Viele Unternehmen rüsten auf solche New-Work-Konzepte um. Was sind die Erfolgsfaktoren des Arbeitskonzepts von AstraZeneca?
Dr. Dorothee Schoreit, Leiterin HR der AstraZeneca GmbH Deutschland. © AstraZeneca / Michi Schunk
Beispiel für neue Arbeitskonzepte: Von anderen Ländern lernen
Ein weiterer Pluspunkt sei die Erfahrung aus anderen Ländern, so Dorothee Schoreit. Vor allem die AstraZeneca Dependance in Warschau dient als Vorbild und Lernprojekt. Dort wird das tätigkeitsorientierte Arbeiten bereits seit mehr als sechs Jahren gelebt. Learnings für das neue Hamburger Bürokonzept sind beispielsweise: • Mehr Pods – also kleine, spontan belegbare Besprechungsräume – zu integrieren. Denn diese werden stark genutzt. • Oder eine höhere Anzahl an „Spints“ für persönliche Sachen. • Hinzu kommen individuelle Bedürfnisse einzelner Teams. Zwar stehen sämtliche Räume grundsätzlich für alle zur Verfügung, sind aber verstärkt auf dem Flur einer Abteilung verortet. „Zum Beispiel nutzt das Marketing häufig Kreativräume“, sagt Dorothee Schoreit. „Bei HR führen wir viele vertrauliche Gespräche, also braucht es mehr geschützte Bereiche.“- Seit Mai 2022 sitzt AstraZeneca Deutschland in einer alten Marzipanfabrik in Hamburg-Bahrenfeld. © AstraZeneca / Michi Schunk
- Neue Räume und neues Arbeiten am AstraZeneca-Standort in Hamburg. © AstraZeneca / Daniel Sumesgutner
- So sieht tätigkeitsorientiertes Arbeiten bei dem Pharmaunternehmen AstraZeneca aus. © AstraZeneca / Daniel Sumesgutner
Das Homeoffice im neuen Arbeitskonzept optimal einbinden
Trotz aller Rückzugsorte stehen Austausch und Begegnung in der alten Marzipanfabrik im Fokus. Das, was zu Hause fehlt, soll den Mitarbeitenden hier gegeben werden. Die Logik dahinter ist bestechend: Durch die vielen Möglichkeiten soll eine „Primarily-in-the-Office“-Philosophie entstehen. Denn: „Für Zusammenarbeit und Teamspirit macht es einen Riesenunterschied, ob man sich persönlich sieht und Dinge auf dem kurzen Dienstweg besprechen kann“, sagt die HR-Leiterin. Dennoch wird an die Zuhause-Arbeitenden gedacht. Um das Homeoffice optimal einzubinden, befindet sich in den Besprechungsräumen ein gutes IT-Equipment: Große Bildschirme und beste Tonqualität sollen hybrides Arbeiten auf hohem Niveau möglich machen.Neues Arbeiten und Nachhaltigkeit: Zwei Fliegen mit einer Klappe
Ein weiteres Zukunftsthema deckt AstraZeneca mit dem neuen Bürokonzept gleich mit ab: Nachhaltigkeit. Klar ist: Unternehmen müssen nachhaltiger werden und handeln.- Beim Catering in der Kantine wird auf die Reduktion von Lebensmittelabfällen, Vermeiden von Plastik und regionale Zutaten geachtet.
- Auch papierloses Arbeiten und erneuerbare Energien treibt AstraZeneca mit dem neuen Standort voran, so Dorothee Schoreit.
- Für Mitarbeitende gibt es viele nachhaltige Angebote: Wer will, kann kostenlos mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen. Viele leasen die Diensträder oder nutzen die Parkplätze mit Ladeinfrastruktur für E-Autos.
- Die Dienstwagenflotte soll bis 2025 komplett auf E-Autos umgestellt werden.
New Work heißt bei Bayer "Next Normal Office Concept"

Markus Siebenmorgen, Pressesprecher der Bayer AG in Leverkusen. © Marcus Müller Saran
Gesundheitsschutz bei neuen Arbeitskonzepten mitdenken
Besonders wichtig dabei ist dem Pharmakonzern das Thema Gesundheitsschutz. Auch zu Hause soll achtsames Arbeiten möglich sein. Seit Beginn der Pandemie unterstützt Bayer seine Mitarbeitenden daher bei der technischen und ergonomischen Einrichtung. „Beschäftigte konnten sich beispielsweise ihren Bürostuhl und weitere Büroausstattung aus dem Betrieb mit nach Hause nehmen oder können für spätere Anschaffungen einen Kostenzuschuss erhalten“, erklärt Markus Siebenmorgen.- So sehen neue Arbeitskonzepte der Bayer AG am Standort Budapest aus. © Bayer AG
- So sehen neue Arbeitskonzepte der Bayer AG am Standort Budapest aus. © Bayer AG
- Flexible Arbeitsbereiche am Bayer-Firmensitz in Budapest. © Bayer AG
Roche Pharma: Hybrides Arbeiten im „Fritz“
Positive Erfahrungen mit neuen Arbeitskonzepten hat auch das Pharmaunternehmen Roche bereits gesammelt. Im vergangenen Jahr eröffnete das Unternehmen ein Multifunktionsgebäude auf dem Firmensitz in Grenzach-Whylen. 60 Millionen Euro hat die Roche Pharma AG investiert (Health Relations berichtete). Drei Leitideen setzte der Pharmariese – nach eigenen Angaben – damit in die Tat um: Volle Flexibilität, Transparenz und Hierarchiefreiheit. Haptisch bedeutet das auch hier: Eine vielseitige Arbeitsumgebung ermöglicht kreatives oder ungestörtes Arbeiten nach Wahl. Im „Fritz“ finden sich Creative Labs, Meeting Hubs und flexible Workstations. Das Büro ist kulturstiftende Begegnungsstätte oder Rückzugsort – je nachdem. Größere Veranstaltungen sind in einem Forum möglich, das sich aber ebenso gut in drei kleinere Säle umbauen lässt. Flexibilität und Lebendigkeit sind auch hier die Pfeiler für ein zukunftsgewandtes Bürokonzept, das Menschen zusammenbringen will: Innendienst, Außendienst, Stakeholder:innen und Patient:innen.- Nordfassade und neuer Hauptzugangsbereich zum Campus der Roche Pharma AG in Grenzach-Wyhlen. © Mark Niedermann
- Neues Arbeiten bei dem Pharmaunternehmen Roche im „Fritz“. © Mark Niedermann
- Flexibel Workstations sind temporäre Arbeitsnischen, die verschoben, kombiniert und frei im Raum angeordnet werden können. © Mark Niedermann