Mietpraxis auf Zeit: So arbeiten Zahnärztinnen morgen


(v.l.) Gesa Schmidt-Martens, Anja Feller Guimarães und Anna Bernhardt, die drei praktizierenden Zahnärztinnen aus der ZAP*8 profitieren von einer ausgewogenen Work-Life-Balance, volldigitalisierten Praxisprozessen und einer kalkulierbaren Praxismiete. © Björn Giesbrecht
Selbständig und Teilzeit – das funktioniert in der ZPdZ
Schon seit Ende ihres Studiums träumt sie von einer eigenen Praxis. Aber – wie bei so vielen jungen Zahnärzten – scheiterte ihr Traum am nötigen Kleingeld. Und am Faktor Zeit. Ein Wert, der gerade von der jüngeren Generation noch bewusster wahrgenommen wird. Als alleinerziehende Mutter kann Gesa Schmidt-Martens nicht Vollzeit in der Praxis stehen und abends noch das nötige Drumherum erledigen. In der ZAP*8 muss sie das auch nicht. Sie arbeitet fünf Tage die Woche, meist vormittags, einmal ganztags. An den anderen Nachmittagen springen ihre zwei Kolleginnen ein, mit denen sie eine Berufsausübungsgemeinschaft (BAG) gegründet hat und sich die Praxisräume teilt. Um Geräte und Instrumente müssen sich die drei Zahnärztinnen nicht kümmern, sie sind in einer schlüsselfertigen Praxis gestartet. Auch die Gerätewartung und Abrechnung fällt weg. Das übernimmt für sie ein externer Dienstleister. Auf diese Weise kann Gesa Schmidt-Martens berufliche und private Wünsche verbinden – ohne die finanzielle Belastung und das wirtschaftliche Risiko eines Praxiskaufs auf sich zu nehmen. Worüber sie besonders froh ist: „Nicht als Einzelkämpfer gestartet zu sein.“ Auch das hält viele junge Zahnmediziner von einer Praxisgründung ab. Der Austausch ist wichtig. Und wird in der ZAP*8 besonders intensiv gelebt.Ständige Weiterbildung für die ZPdZ-Zahnärzte
Für alle Belange gibt es Mentoren, die das Team im Alltag unterstützen. Darüber hinaus helfen Schulungen und Workshops den jungen Frauen sich im Praxisgeschäft zurecht zu finden und up-to-date zu bleiben. Dazu gehören Trainings in Marketing, Prozessoptimierung, Mitarbeiterführung oder Software. Gesa Schmidt-Martens ist froh über diese Unterstützung seitens der Deutschen Apotheker- und Ärztebank und der ZA - Zahnärztlichen Abrechnungsgenossenschaft, die das neue Praxismodell ins Leben gerufen haben. „Mit Marketing oder Materialauswahl hat man sich als angestellte Zahnärztin natürlich nicht beschäftigt. Auch die verschiedenen IT-Dienstleistungen und das Arbeiten mit neuester Technik war am Anfang eine Herausforderung“, sagt die niedergelassene Zahnärztin.
Daniel Zehnich, Geschäftsführer der Zahnpraxis der Zukunft (ZPdZ) und Leiter Gesundheitsmärkte und Gesundheitspolitik bei der apoBank: „Gerade im Januar konnte sich die Praxis über viele Neupatienten freuen, aber auch seitens der Öffentlichkeit ist das Interesse an dem ZPdZ-Modell groß.“ © apoBank
So sieht die digitale Zahnpraxis der Zukunft aus

Dr. Andreas Janke, Geschäftsführer der Zahnpraxis der Zukunft (ZPdZ) und Vorstandsvorsitzender der ZA - Zahnärztlichen Abrechnungsgenossenschaft: „Es wird auch in 2020 wieder Seminare und Hospitationsmöglichkeiten für potentielle Existenzgründer und interessierte Zahnärzte geben.“ © ZA
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- Die neue Zahnarztpraxis der Zukunft (ZPdZ) in Düsseldorf setzt auf voll digitalisierte Praxisabläufe und eine moderne Praxisausstattung. © Björn Giesbrecht
- So sieht die neue Zahnarztpraxis der Zukunft (ZPdZ) in Düsseldorf aus. © Björn Giesbrecht
ZPdZ-Modell soll bundesweit ausgebaut werden
Irgendwann möchte Gesa Schmidt-Martens – vielleicht gemeinsam mit ihren zwei Kolleginnen – die Praxis übernehmen und sich so ihren Traum von der Freiberuflichkeit endlich komplett erfüllen. Damit verwirklicht sie gleichzeitig auch das Ziel, das auch die Initiatoren mit dem Konzept verfolgen. Sie möchten den Einstieg in die Selbständigkeit für Zahnärzte ermöglichen und das Konzept der ZPdZ bundesweit weiter ausbauen. Für Daniel Zehnich „ein wichtiger Baustein für die zahnärztliche Versorgung von morgen, gerade in der ländlichen Peripherie.“ Ein zweiter Standort in einer kleineren Gemeinde sei daher bereits in der Planung.
Dr. Wolfgang Eßer, Vorstandsvorsitzender der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung, sprach das Grußwort auf dem Eröffnungsempfang der ZAP*8, der ersten Praxis aus dem Konzept der ZPdZ. © KZBV/axentis